Neuorientierung im Kloster Wülfinghausen
Klosterkammer und CJD Niedersachsen Nord planen im Kloster Angebote für junge Menschen und die Ansiedlung eines neuen Konvents
Gemeinsam mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD) der Region Niedersachsen Nord, möchte die Klosterkammer Hannover in Wülfinghausen auf dem Gelände des Klosters den Weg für ein neues Projekt ebnen.
Die Partner beabsichtigen, dort verschiedene Angebote zu verzahnen. Das CJD plant einen Starttermin in 2027 für seine Angebote. Um die Bürgerinnen und Bürger des Ortes zu informieren und Fragen zu beantworten, luden Klosterkammer und CJD für den 11. März 2026 zu einer Info-Veranstaltung ein. Rund 50 Interessierte hatten sich im Kloster Wülfinghausen eingefunden, um sich die Pläne von Klosterkammer und CJD anzuhören.
„Die Zusammenarbeit zwischen Klosterkammer und dem CJD als einem großen Träger der Jugend- und Bildungsarbeit ist in gewisser Weise etwas Neues, da wir hier sehr bewusst die Lebenswelt junger Menschen in den Mittelpunkt stellen. Und das an einem Ort, der zum geschichtlichen Gütererbe gehört, welches die Klosterkammer Hannover verwaltet“, sagte Dr. Thela Wernstedt, Präsidentin der Klosterkammer Hannover, in ihrer Begrüßung.
„Wir wollen als CJD im Kloster Wülfinghausen die Mission unserer Organisation: Menschen zum eigenständigen und selbstbestimmten Leben zu befähigen – also das ‚Leben lernen‘, umsetzen. Wir möchten das Kloster Wülfinghausen mit Leben füllen und damit zu seiner Wirkung in der Region und im Leben vieler Menschen langfristig beitragen“, ergänzte Matthias Nack, Gesamtleiter des CJD Niedersachsen Nord.
Außerschulischer Lernort
In einem Partnerschaftsmodell soll ein außerschulischer Lernort aufgebaut werden. Das CJD betreibt in einem Umkreis von fünf Kilometern um das Kloster fünf Schulen in freier Trägerschaft, ein Gymnasium, eine Realschule sowie eine Förderschule in Elze und zwei Grundschulen in Adensen-Hallerburg sowie in Eime, und möchte als diakonisch-christlicher Träger im Kloster Wülfinghausen einen außerschulischen spirituellen Lernort einrichten.
Parallel plant das CJD ein Partizipationsprojekt, in dem die Schülerinnen und Schüler die Ausgestaltung und Zielsetzung des Lernortes entwickeln.
Therapeutisch-pädagogisches Angebot
Das Klostergelände bietet mit seiner Verbindung von Klostergebäude, Klostergarten und angrenzender Natur einen Raum für die gesundheitsförderliche Entwicklung von jungen Menschen. „Das CJD möchte mittelfristig zwei Wohngruppen für junge Menschen im hinteren Teil des Klostergeländes aufbauen. Die finale Umsetzung und der Starttermin dieses Vorhabens sind von Umbauten und Genehmigungen abhängig aber so planen wir derzeit“, sagte Matthias Nack.
Um die Arbeit des CJD im Kloster zu ermöglichen, plant die Klosterkammer die energetische und bausubstanzielle Modernisierung, dazu gehört die Renovierung des ehemaligen Gästehauses, das für Schulklassen sowie Betreuerinnen und Betreuer vorgesehen ist. Im Kloster sollen Flächen für zwei Wohngruppen einschließlich Räumen für therapeutische Angebote und Personal hergerichtet werden. Insgesamt plant die Klosterkammer mit Sanierungs- und Investitionskosten in Höhe von 1.650.000 Euro.
Neuer Konvent
„In Bezug auf die Zukunft des Klosters Wülfinghausen bleibt unser zentrales Anliegen die Ansiedlung eines Konvents. Das gehört zum Selbstverständnis des Ortes und zu unserem verfassungsmäßigen Auftrag“, sagte Dr. Thela Wernstedt, Präsidentin der Klosterkammer. Hierfür werden erforderliche Flächen freigehalten. Damit die verschiedenen Angebote ineinandergreifen, ist die Suche nach einem Konvent aber erst geplant, wenn die Vorhaben des CJD konkretisiert sind.
Nach den Ausführungen der Kooperationspartner hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese betrafen sowohl Sorgen von Anliegern über das entstehende Verkehrsaufkommen durch Wülfinghausen bis zu der Frage, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das neue Vorhaben noch gesucht würden. Antworten, dass die Klosterkirche Gemeindekirche bleibt und dass die Pflege der Gartenanlage bis zum Einzug der Wohngruppen gesichert sei, beruhigten die Anwohnerinnen und Anwohner.
Auch nach der Veranstaltung klärten die Expertinnen und Experten von Klosterkammer und CJD mit den Interessierten deren Fragen.