Prolog

 

 

Hab’ Vertrauen in das langsame Arbeiten Gottes.
Ganz natürlich drängen wir in allen Dingen
ungeduldig dem Ziele zu.
Wir möchten die Zwischenstufen überspringen.
Wir leiden voller Ungeduld darunter,
zu etwas Unbekanntem, Neuem unterwegs zu sein.

Dabei ist es das Gesetz jedes Fortschreitens,
dass sein Weg über das Unbeständige führt
– das eine sehr lange Zeit andauern kann.
Und so, denke ich, ist es auch mit dir.

Deine Gedanken reifen ganz allmählich,
lass sie wachsen, lass sie Gestalt annehmen,
ohne etwas zu überstürzen!
Versuche nicht, sie zu zwingen,
so als könntest du heute schon sein,
was die Zeit (das heißt die Gnade und die Umstände,
die auf deinen guten Willen Einfluss nehmen werden)
morgen aus dir machen wird.

Schenke unserem Herrn Vertrauen,
und denke, dass seine Hand dich gut
durch die Finsternisse und das Werden führen wird –
und nimm aus Liebe zu ihm die Angst auf dich,
dich im Ungewissen
und gleichsam unfertig zu fühlen.

 

Teilhard de Chardin SJ
aus: Entwurf und Entfaltung, Briefe aus den Jahren 1916-1919,
Freiburg/München 1963

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Interessierte des Klosters Wülfinghausen!

 

„Hab Vertrauen in das langsame Arbeiten Gottes...“ ermutigt Teilhard de Jardin. In der Communität üben wir es: täglich neu vertrauen.

Prolog Wir laden Sie mit unserem Kursangebot in unser Kloster ein. Hier kann Vertrauen wachsen: in unseren Gottesdiensten, im Singen der Psalmen, im Hören auf die Stille. Auch in den Impulsen zu biblischen Texten, in persönlichen Gesprächen und im Einschwingen in unseren Rhythmus von ora et labora beim gemeinsamen Arbeiten im Klostergar- ten. Dabei kann Neues wachsen, wie es der Prophet Jesaja ankündigt.

„Denkt nicht mehr an das, was früher war...Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“
Jesaja 43,18-19.

Nehmen Sie sich eine Auszeit im Kloster Wülfing- hausen. Entdecken Sie, was an Neuem zum Vorschein kommen und Gestalt annehmen will. Das Neue reift allmählich und braucht Zeit und Geduld. Wir öffnen Ihnen dazu Räume der Stille.

Ihre
Sr. Reinhild von Bibra
Äbtissin des Klosters Wülfinghausen

 

Eichen am Südeingang