Geschichte - Details


Ein Ort der Stille und des Schweigens

Vorkrypta Vorkrypta

Hinein gelangt man durch einen hellen Vorraum. Sie gehört zum ersten Klosterbau aus dem 13. Jahrhundert. Die Krypta ist ein Ort der Stille und des Gebets. Hier steht man auf der ursprünglichen Fußbodenhöhe des gesamten Klosters. Die runden roten Kreuze an den Wänden der Krypta und des Vorraumes sind mittelalterliche Weihekreuze von der ersten Weihe der Kirche im Jahr 1240. Die sitzende Maria mit Kind im Vorraum ist die Nachbildung einer gotischen Figur aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Krypta war ursprünglich zur Kirche hin offen; es ist gut zu erkennen, dass die Bögen nachträglich zugemauert wurden.

Die Skulptur des Guten Hirten mit Altartisch, Leuchter und Ambo (Lesepult) sind ein Werk des Bildhauers Karl-Heinz Hoffmann aus dem Jahr 1998. Der Gute Hirte ist in der Bibel ein Bild für Gott, der für sein Volk sorgt, ihm geistliche Nahrung gibt und es beschützt. Im Neuen Testament ist Christus der Gute Hirte, der das Verlorene zu Gott heimbringt. In der Nachfolge Christi sollen auch wir einander zu Hirten werden.

In der Krypta versammeln sich die Schwestern der Communität Kloster Wülfinghausen mit ihren Gästen, um gemeinsam die klösterlichen Stundengebete zu halten: Die Krypta steht während der Gebetszeiten (8.00, 12.00 und 18.00 Uhr) allen offen, die Stille und Gebet suchen.

alter Kreuzgang

Vom Vorraum der Krypta aus gelangt man in einen noch aus dem Mittelalter stammenden Kreuzgang. Auch er gehört zum ersten Klosterbau. Gleich neben der Tür rechts befindet sich die älteste Grabplatte des Klosters. Sie stammt vermutlich vom Grab eines Priesters (13. Jh.). Auf ihr ist ein Scheibenkreuz dargestellt, ein altes Zeichen für die Sonne, die mit ihrer lebenspendenden Kraft die christliche Auferstehungshoffnung versinnbildlicht.

Klosterkirche

Der alte Kreuzgang führt in die Kirche. Die erste Klosterkirche, die 1240 geweiht wurde, ist im Brand von 1377 völlig zerstört worden. Der jetzige Bau stammt aus der Zeit um 1400. Fenster und Gewölbe sind im Stil der Gotik gestaltet.

Das große Epitaph des Herman Rauscheplate an der Längswand der Kirche stammt aus dem Jahr 1619. Im 19. Jh. wurde die Kirche als Stall benutzt; die Gottesdienste fanden nur noch auf der Nonnenempore, einem Raum über der Krypta, statt. Erst seit 1904 ist die Kirche wieder Gottesdienstraum. Aus dieser Zeit stammt das große Ostfenster mit dem Motiv “Jesus wandelt auf dem Wasser”. Die Kirche wurde 1999 umgestaltet. Altar, Kreuz, Leuchter und Ambo sind Werke des Künstlers Karl-Heinz Hoffmann. Das alte Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1400.
Eine Fürbitteecke vor der Maria lädt ein, ein Gebetslicht zu entzünden und eine persönliche Bitte in das Fürbittebuch einzutragen. Die Communität nimmt die Anliegen in ihr Gebet auf.

Die thronende Maria ist die Kopie einer romanischen Skulptur vom Ende des 12. Jahrhundert. Sie erinnert daran, dass die Kirche der Maria, der Mutter Jesu, geweiht ist.

Nähere Informationen zur Orgel in der Klosterkirche, die 2007 von der Orgelbauwerkstatt Bente restauriert wurde, finden Sie unter bente-orgelbau.de.

Barocker Kreuzgang

Nach den Schäden des Dreißigjährigen Krieges und dem großen Brand von 1728 wurde das Kloster im schlichten Barockstil wieder aufgebaut. Der neue Kreuzgang umgibt den Innenhof. Die Konventualinnen des Damenstifts hielten gemeinsame Gebete und Gottesdienste, hatten aber getrennte Wohnungen und führten ihren eigenen Haushalt.

Die Bilder ringsum aus dem Buch Esther sind Reste einer barocken Wandbespannung (18. Jh.), die unter alten Tapeten gefunden wurden.

Innenhof Südeingang

Der Südeingang ist der ehemalige Haupteingang des Klosters. Außen befindet sich ein repräsentativer Klostervorplatz aus der Barockzeit.
Bemerkenswert sind die alten Pyramideneichen am Bach.

Vom mittelalterlichen Kreuzgang aus erreicht man den Klosterinnenhof, den früheren Friedhof der Nonnen. Auch dieser Innenhof ist ein Ort der Stille, die man auf sich wirken lassen kann.


Kloster Kreuzgang